Austausch/Anpassen der Elektroverteilung

  • Hier ein Bericht von 2007, den ich ein einem anderen Forum schon mal veröffentlich hatte:


    Hallo zusammen,


    wir haben im März die Elektroverteilung unseres Rapido geändert.
    Nachfolgend ein Bericht.


    Der werksseitig eingebaute Verteilerblock hatte keine Möglichkeiten mehr um noch weitere 230V Anschlüsse aufzunehmen.




    Zusätzlich sollte unsere Einfach-Autarklösung mit der Verbindung Batterie > Verbraucher über den 13-poligen Stecker durch eine komfortablere Lösung ersetzt werden.
    Die über den Zubehörhandel angebotenen Lösungen erscheinen zu kostspielig und erfüllen entweder die Anforderungen nicht oder stellen Funktionen bereit, die nicht benötigt, aber eben doch mitbezahlt werden müssen.


    Es sollen bereits vorhandene Bauteile weiter verwendet werden:
    Booster,
    230V > 13,8V Netzteil.
    Kein zusätzliches Gewicht
    Aufbau mit Handelsüblichen Bauteilen aus dem Elektronikfachhandel.


    Der Aufbau aus Einzelgeräten (Netzteil, Booster) hat zusätzlich den Vorteil gegenüber Kombinationsgeräten, dass bei Defekten nur das entsprechende Gerät ausgetauscht zu werden braucht.



    Die ursprünglich in einem Gehäuse untergebrachten 230V und 12V Verteilungen werden in 2 getrennten Gehäusen untergebracht:


    230V Verteilung:
    Die Steckpunkte für die AMP-Stecker werden auf einer Rasterplatine untergebracht.
    Nun in ausreichender Anzahl vorhanden, können die Unterverteilungen entfallen und alles in einem Gehäuse untergebracht werden. Zusätzlich wird ein 2-poliger Sicherungsautomat anstelle der werksseitigen Schmelzsicherung eingebaut.




    12V Verteilung:
    Hier werden die Steckpunkte, ebenfalls auf einer Rasterplatine, für die Innenbeleuchtung, Gebläse, Wasserpumpe, Kühlschrank, Booster, 230V/13,8V Netzteil, Versorgung von PKW, 12V Steckdose sowie die Umschaltrelais untergebracht. Mehrere Sicherungsautomaten zur Absicherung der Verbraucher finden hier auch ihren Platz.





    Arbeitsweise:
    Die Umschaltrelais sind die zentrale Einrichtung.
    Die 12V Verbraucher des Aufbaus werden, auch bei Verbindung mit dem Zugwagen, nie von der Zugwagenbatterie versorgt, sondern nur über die Aufbaubatterie. Damit kann auch nicht versehentlich die Starterbatterie entladen werden. Einzige Ausnahme ist der Kühlschrank, der über den Zündkontakt bei laufendem Motor versorgt (Ladeleitung) wird.


    230 V Betrieb:
    Bei Anschluss an das 230V Netz schalten die Relais sämtliche 12V Verbraucher (außer Kühlschrank) und den Booster direkt an das 230V/13,8V Netzteil.
    Die 12V Verbraucher werden nun mit einer stabilisierten Gleichspannung versorgt, dadurch werden die Spannungsschwankungen mancher Campingplätze ausgeschaltet. Und die Beleuchtung ist immer gleich hell.
    Der Booster lädt die Batterie bei Bedarf nach. Somit erfüllt der Booster eine Doppelfunktion, s.u. Er lädt die Batterie während Anschluss an 230V als auch während der Fahrt. Es kann also auf ein separates Batterieladegerät für 230V Betrieb verzichtet werden.


    Autarker Betrieb:
    Ohne Anschluss an das Stromnetz sind alle Verbraucher (außer Kühlschrank) direkt an die Batterie geschaltet.


    Während der Fahrt:
    Bei Verbindung mit dem Zugwagen erhält der Booster seine Versorgung vom Zugfahrzeug und kann die Batterie nachladen.
    Der Kühlschrank wird, wie bisher auch, über die Ladeleitung versorgt. Die Ladeleitung steuert auch den Booster an, die Versorgung vom Booster geschieht über die Dauerplus.
    So werden die Lasten von Kühlschrank und Booster auf 2 Leitungen verteilt.


    Fertig:




    Schaltzeichnung:


  • Da ist sie wieder die gute alte Rasterplatine. :daumen:
    Leistet immer noch gute Dienste bei den Individualbauten.
    Schöne Arbeit, super dokumentiert.

  • Moin Tom :wink:


    das auf dem ersten Bild ist nicht wirklich der Originalzustand gewesen, oder? :shock: Rasterplatine ist mal wat anderes, hätte da allerdings Bedenken, dass sich bei dem Gerüttel im Wohni, hier und da mal ne Lötstelle verabschiedet?!


    Netzteil>Booster>Batterie - darauf muss man erstmal kommen! Nur auf die Ladekennlinie eines speziellen Ladegeräts für Gelbatterien muss man dabei natürlich verzichten! Wenn ich allerdings bedenke, wie oft die Batt. in unserem Wohni während der Fahrt über den Booster mit konstanten 14,2 V nachgeladen wird, wie selten dagegen über das Ladegerät und es sie scheinbar überhaupt nicht kümmert, dann komme ich einmal zu der Auffassung, dass uns Verbrauchern da mal wieder was "vorgegauklet" wird, was man nicht wirklich braucht?! :roll:


    So, oder so - es funzt offensichtlich und die Praxis zählt! Klasse Bastelei :daumen:


    Gruß Peter

  • Zitat


    ... hätte da allerdings Bedenken, dass sich bei dem Gerüttel im Wohni, hier und da mal ne Lötstelle verabschiedet?!


    Die Bedenken hätte ich ehrlich gesagt auch. deswegen soll ja eigentlich auch elektrische Verbindungen im Auto nicht gelötet werden. Hab ich zumindest mal irgendwo gehört.


    Aber wie gesagt: die Praxis zeigt, dass es wohl - zumindest hier in diesem Fall - funktioniert.

  • Moin,


    die Frage mit der Gel Batterie stellt sich nicht.
    Weil ein einfacher und vor allem preiswerter Freizeitakku eingebaut ist. Ein offener Säureakku also. Haben wir etwa seit 15 Jahren in Gebrauch. Es ist erst der 2. Akku.


    Der Originalzustand war tatsächlich so, abzüglich der losen Strippen udn Dosen, die auf dem Bild zu sehen sind. Wenn man die weglässt ist alles ganz ordentlich.


    Wieso sollten Lötstellen nicht halten??
    Die sind doch nicht hauchdünn gelötet sondern etwas dicker. So wie man es gelernt hat.
    Und die ganzen Schaltungen im PKW sind doch auch gelötet, das hält doch. Meist.
    Nicht löten betrifft Verkabekungen, die Vibrationen ausgesetzt sind.

  • Ich dachte eher an die ständigen von der Platine gelösten Lötpunkte, ansonsten löte ich ja auch selber, aber in dem Bereich nur zusätzlich zum quetschen!

  • Moin,


    ach so.
    Die Stifte an denen die Kabel mit den Flachsteckern angesteckt werden, sind ja mit 2 Pinnen durch die Leiterplatte gesteckt und dann auch beide verlötet. Das ist mechanisch schon recht stabil.
    Im Prinzip ist die Lötstelle 3 Löcher breit (im Raster) und die Pinne sind auch nicht abgeschnitten.

  • Moin,


    so 14 Jahre weiter.


    Die Elektroversorgung hat nun fast 15 Jahre und sicherlich mehr als 100.000km ohne Ausfälle überstanden.

    Kürzlich hat sich dann ein Relaiskontakt verabschiedet, das konnte mit Nachjustieren des Kontakts schnell behoben werden.

    Ach ja, und da war ja noch der Umbau vom Rapido in den jetzt noch genutzten Silver.


    In der Zeit sind dann 2 Akkus verstorben, die üblichen offenen Säureakkus, als Versorgungsbatterie.

    Geladen wurden die immer über den Booster.

    Der eine Akku hielt fast 10 Jahre, der andere war dann bereits nach 6 Jahren defekt.

    Als Ersatz ist nun ein 55AH AGM Akku drin.


    Dafür mußte dann auch eine andere Lademöglichkeit her, da der Booster scheinbar (Herstellerangabe) nicht für AGM Akkus geeignet sein soll.

    Pünktlich dazu ging dann der alte Booster auch noch kaputt, eine Frechheit, das Ding war erst von 1996!!!!

    Der neue ebenfalls von Schaudt hat die gleiche Auslegung, nur einen höheren Ladestrom. Der Booster wird den Akku also nur während der Fahrt laden, für die Dauerladung vom Netzt kommt ein einfaches Ladegerät dazu.