T4 CC - Aberkennung der Wohnmobilzulassung durch FA

  • Hallo!


    Leider komme ich in den speziellen T4 Foren nicht mehr weiter und frage die Leute, die speziell nur mit
    Wohnmobilen zu tun haben.
    Es geht um einen VW T4 California Coach Bj. 1997 2,5 TDI ACV.
    Das Finanzamt hat mir aktuell eine Steuernachberechnung geschickt und diese auf telefonischer Anfrage damit begründet,
    dass ich nach der neuen Gesetzgebung kein Wohnmobil mehr habe.
    Im Fahrzeugbrief stand bei der Erstzulassung "PKW geschlossen", seit 2000 wurde das in "SO. KFZ WOHNM. UEB. 2,8 T" geändert.
    Die Schlüsselnummern hatten sich von 0102 (Typ) und 27 (Emissionsklasse) in 2105 und 33 geändert.


    Die letzten Steuerbescheide beliefen sich auf 290 Euro pro Jahr. Jetzt soll ich 401 Euro pro Jahr bezahlen.


    Die Begründung:
    Ich hätte ein "unechtes Wohnmobil" und nach den neuen Steuerklassen (M1, M2, etc.) würden die Fahrzeuge mit
    "Sonderausbauten" nur noch nach dem "Grundmodell" besteuert. Bei mir also ursprünglich "PKW geschlossen".
    "SO. KFZ WOHNM." wird es zukünftig nicht mehr geben, nur noch reine "echte Wohnmobile".
    Was dort dann steht, bleibt mir aber verschlossen. Evtl. nur "WOHNMOBIL"?!


    Hat jemand so ein "echtes Wohnmobil" und kann mir sagen, was dort in den Zulassungspapieren steht?!


    Es grüßt


    Carsten

  • Moin und Herzlich Willkommen bei uns :daumen:


    Ja, da war mal was. Ich hab das aber nicht genau verfolgt, weil es mich (noch Wohnwagen) nicht betrifft.


    Hier ein Link aus meinen Lesezeichen, man weiß ja nie was man nochmal gebrauchen kann :mrgreen: ;-)


    Der Hauptknackpunkt dürfte wohl sein:


    Zitat

    Die Steuerverwaltung ist jedoch hinsichtlich der Fahrzeugart nicht an die Feststellung der Verkehrsbehörde gebunden.


    Und


    Zitat

    Unechte Wohnmobile, deren Bauart, die eines Pkws aufweist, sind ab 01.01.2006 als Personenkraftwagen zu besteuern.


    Echte Wohnmobile sind auf der o.a. Seite (Link) auch definiert.



    Mein Fazit: Dürfte ein aussichtsloser Kampf werden, wenn du an dem Bescheid etwas ändern willst :???:



    Gruß Peter :wink:

  • hallo
    Zulassungsbehörde /Strassenverkehrsamt und Finanzamt sind 2 verschiedene Behörden.
    Das Finanzamt kann einen PKW völlig anders einstufen als das Strassenverkehrsamt.
    Ähnliches wie mit dem T4 und Wohnmobil gab es mit Geländewagen und LKW Besteuerung.

  • hallo
    Zulassungsbehörde /Strassenverkehrsamt und Finanzamt sind 2 verschiedene Behörden.
    Das Finanzamt kann einen PKW völlig anders einstufen als das Strassenverkehrsamt.
    Ähnliches wie mit dem T4 und Wohnmobil gab es mit Geländewagen und LKW Besteuerung.

    Ja, doch mittlerweile muß sich das Finanzamt bei der Besteuerung an die tatsächliche Fahrzeugart halten.
    Der T4 California Coach (mit Faltdach) hat alles, was ein Wohnmobil haben muss, damit es vom Gesetzt her ein Wohnmobil ist.


    Und irgendwie schein kein CC Besitzer mehr Steuern zu zahlen, sogar teils weniger. Nur ich nicht.


    Es gab da mal viel Diskussion wegen den selbstgebauten "unechten Wohnmobilen, Stichwort: Stehhöhe".
    Die freuen sich jetzt, da der Eintrag "SO. KFZ. WOHNM." jetzt wohl reicht, um als Wohnmobil besteuert zu werden.
    Das FA kann also nicht mehr wegen der Stehhöhe meckern.


    Nur meine Situation kann ich mir nicht erklären... :nixweiss:

  • Der T4 California Coach (mit Faltdach) hat alles, was ein Wohnmobil haben muss, damit es vom Gesetzt her ein Wohnmobil ist.


    Anscheinend nicht, wenn man die Definition zugrunde legt


    Zitat

    Als Wohnmobile gelten Fahrzeuge der Klasse M mit besonderer grundsätzlich fest eingebauter Ausrüstung nach Anhang II Abschnitt A Nr. 5.1 der Richtlinie 70/156/EWG, wenn sie auch zum vorübergehenden Wohnen ausgelegt und gebaut sind. Des Weiteren muss die Bodenfläche des Wohnteils den überwiegenden Teil der gesamten Nutzfläche des Fahrzeugs einnehmen und der Wohnteil eine Steh-Höhe von mindestens 1,70 Meter sowohl an der Kochgelegenheit als auch an der Spüle aufweist.


    Ich denke mit der Stehhöhe und der überwiegenden Fläche zum Wohnen nageln sie dich fest?!



    Und irgendwie schein kein CC Besitzer mehr Steuern zu zahlen, sogar teils weniger. Nur ich nicht.


    Und das ist kein Wunder in unserem Land. Da gibt es noch zig andere Beispiele, wo je nach Bundesland, Zulassungsbehörde, .... unterschiedlich geurteilt wird. Das dürfte auch auf die Finanzämter und in diesen auf die Sachbearbeiter zutreffen?!



    Einzige Chance, die ich sehe. Fälle mit anderer Beurteilung suchen, Argumente sammeln und dann möglichst belegbar bei deinem Sachbearbeiter vorstellig werden. Mit dem richtigen Ton, geht da evtl. was.
    Die ganz große Keule, Anwalt und Klagen kannst du dir bei der Sachlage m. E. sparen.


    Und das andere da noch nix bekommen haben, heißt nix. Sooo schnell ist man da ja nicht auf jedem Amt ;-) Man hat das doch "erst" 2006 geändert :mrgreen:

  • Und das ist kein Wunder in unserem Land. Da gibt es noch zig andere Beispiele, wo je nach Bundesland, Zulassungsbehörde, .... unterschiedlich geurteilt wird. Das dürfte auch auf die Finanzämter und in diesen auf die Sachbearbeiter zutreffen?!


    Moin,


    da gebe ich Peter Recht....das war bei der zuvor erwähnten Gewichtsbesteuerung der schweren Geländewagen ebenso.....da "kochte auch jedes Finanzamt ein eigenes Süppchen" ....gekippt wurde das dann von höchster Stelle dem Bundesfinanzhof ....


    Und die Tatsache, das es jetzt aktuell jemanden hier aus dem Forum getroffen hat heißt nicht, das nicht auch andere Finanzämter nachziehen werden... :pfeifen:

  • Man hat das doch "erst" 2006 geändert


    Eben dieses Verfahren ist seit dem 12.12.2012 mit Wirkung 01.01.2013 meines Wissens hinfällig und das FA muss dem in den Fahrzeugpapieren Eingetragenen Folge leisten - Alleingänge und gängelnde Ausnahmen scheinen hier nach diesem Thread wohl die praktizierte Wirklichkeit zu sein.


    Also ist ein So(nstiges) KFZ Wohnmobil als Wohnmobil zu versteuern und nicht als PKW, egal ob Stehhöhe oder nicht.
    Auch das seit 2006 praktizierte Vorführen beim Finanzamt (weil ein deutsche Finanzbeamter ja technisch in der Lage ist, ein Fahrzeug zu klassifizieren :happy2: ) ist nichtig!
    Die Klassifizierung der Fahrzeugs erfolgt wieder dort, wo sie hingehört - bei den Straßenverkehrsämtern!


    Ich muss jetzt nur noch finden, wo das im Web auch so geschrieben steht :pfeifen:


  • Eben dieses Verfahren ist seit dem 12.12.2012 mit Wirkung 01.01.2013 meines Wissens hinfällig und das FA muss dem in den Fahrzeugpapieren Eingetragenen Folge leisten - Alleingänge und gängelnde Ausnahmen scheinen hier nach diesem Thread wohl die praktizierte Wirklichkeit zu sein.


    Also ist ein So(nstiges) KFZ Wohnmobil als Wohnmobil zu versteuern und nicht als PKW, egal ob Stehhöhe oder nicht.
    Auch das seit 2006 praktizierte Vorführen beim Finanzamt (weil ein deutsche Finanzbeamter ja technisch in der Lage ist, ein Fahrzeug zu klassifizieren :happy2: ) ist nichtig!
    Die Klassifizierung der Fahrzeugs erfolgt wieder dort, wo sie hingehört - bei den Straßenverkehrsämtern!


    Ich muss jetzt nur noch finden, wo das im Web auch so geschrieben steht :pfeifen:

    Genau!


    Und nach dieser Stelle im Web suchen auch die Finanzbeamten. Das scheint für die "ausführenden Organe" auch nicht ganz so einfach zu sein.
    Eine Besteuerung nach "Auslegungssache des Beamten" werde ich nicht hinnehmen.
    Das muss klar geregelt sein und ist es anscheinend jetzt auch. Nur muss die Umsetzung auch für jeden klar sein.

  • Moin Carsten,


    falls nicht schon geschehen auf jeden Fall bei allem Suchen nicht die Einspruchsfristen gegen den neuen Bescheid versäumen...(falls nicht schon geschehen)... :!::!::!:


  • Nöö! Das ist die seit 2006 geltende Regelung, die aber wohl Ende letzten Jahres revidiert/überarbeitet wurde.
    Etliche Besitzer eines So. KFZ Wohnmobil ohne die verlangte Stehhöhe von 1,70 m vor der Kochgelegenheit mit Dieselmotor müssen ab 2013 weniger zahlen, da die Besteuerung nach PKW wegfällt und die Besteuerung nach Wohnmobil jetzt gilt. Im Falle des T4 TDI wären das konkret statt 401,- €/a (nach PKW-Besteuerung) nur noch 290,- €/a für das WoMo.
    Den umgekehrten Fall, wie hier von Carsten beschrieben, kenne ich nicht.


    Deshalb sofort schriftlich Widerspruch gegen den Steuerbescheid einlegen - das geht zunächst auch ohne Angabe von Gründen!


    Für die Benzinerfahrer geht der Schuss übrigens tatsächlich nach hinten los, da diese nicht mehr nach Hubraum (PKW), sondern nun ebenfalls pauschal als WoMo besteuert werden.
    Da sind beim 2,8 l Benziner VW-T4 z.B. ca. 60,- € mehr fällig. Beim 2,5 l Benziner entsprechend mehr :down:

  • Eben dieses Verfahren ist seit dem 12.12.2012 mit Wirkung 01.01.2013 meines Wissens hinfällig und das FA muss dem in den Fahrzeugpapieren Eingetragenen Folge leisten


    Da wäre mir dann was entgangen, was ich selbstverständlich nicht ausschließen will. Aber das sollte sich dann normalerweise ratzfatz ergoogeln lassen, und wenn selbst die Behörden da nix finden ...


    nach dieser Stelle im Web suchen auch die Finanzbeamten.


    ... warte ich doch mal ab, bis das jemand belegt.


    Das muss klar geregelt sein und ist es anscheinend jetzt auch.


    Naja, gerade im Steuerrecht ist es ja nun überhaupt nicht ungewöhnlich, dass da überhaupt nichts klar geregelt ist. :roll:


    Eine Besteuerung nach "Auslegungssache des Beamten" werde ich nicht hinnehmen.


    Da bin ich voll bei dir. Bei Ungerechtigkeiten laufe ich ja auch gerne zur Hochform auf ;-) Das kann aber mitunter ganz schön Zeit, Nerven und nicht selten auch Geld kosten, da zu seinem Recht zu kommen :???:



    Ich bin gespannt?



    Gruß Peter

  • Hallo,


    die aktuell zu zahlende KFZ-Steuer kann man sich unter folgendem Link berechnen: http://www.kfz-steuer.de/kfz-steuer_wohnmobile-text.php


    Die Steuer ist abhängig von der Emissionsklasse und dem zulässigem Gesamtgewicht.
    Der T4 hat müsste wohl Euro 2, also rote Plakette haben.

    oceanline Unterwegs mit Frau und ehemals Hund im WoMo

    Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.

    Aber denke daran, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist.

  • Ein paar :kaffee: und etwas Googeln später :mrgreen:


    Hier hat einer seinen "neuen" Bescheid für sein "unechtes Wohnmobil" bekommen.
    Also muss sich da in der Tat irgendwas getan haben.


    Google weiter gequält und mal beim Justiz- und Finanzministerium geforscht. Ergebnis:


    Zur StVZO BGBl. I 2012, 931 - 935 unter 5.1.



    Das muss nun nicht vom Finanzministerium so zur Steuerberechnung übernommen werden, aber dort findet man unter den Anordnungen etwas zu älteren Fahrzeugen mit Stand 31.10.2012:


    Zitat

    Das Gesetz gibt außerdem Rechts- und Planungssicherheit für die Halter von mehr als 30 Mio. Pkw mit erstmaligen Zulassungen vor dem Stichtag 1. Juli 2009. Deren Besteuerung wird 2013 nicht geändert. Es erwies sich nach eingehenden Prüfungen als nicht realisierbar, die Kraftfahrzeugsteuer künftig auch für ältere Pkw vorrangig CO2-orientiert zu bemessen. Für rund zwei Drittel dieser Pkw liegen keine rechtssicheren belastbaren CO2-Werte vor oder könnten mit vertretbarem Aufwand nachträglich ermittelt werden. Meist sind vorhandene Werte mit heutigen in den Fahrzeugpapieren angegebenen nicht vergleichbar oder nur unzureichend auf das Fahrzeug bezogen (z. B. nur Mittelwert des jeweiligen Typs). Eine sachgerechte, geeignete Unterscheidung innerhalb dieser Fahrzeuggruppe ist ebenfalls nicht möglich. Umfangreiche Einzelfallprüfungen würden Steuerpflichtige sowie Verkehrs- und Finanzverwaltung überfordern. Die Kraftfahrzeugsteuer wird daher für diese Pkw weiter nach Schadstoffemissionen (den so genannten Euro-Normen) und nach Hubraum bemessen.


    Könnte der Ansatz sein?



    Gruß Peter :wink:

  • Ansatz Nummer 2 :wink:


    Klick



    Ich zitiere mal:


    Synopse zu § 2 Kraftfahrzeugsteuergesetz 2002 (KraftStG 2002)
    in der ab dem 12.12.2012 geltenden Fassung
    durch Artikel 2 G. v. 05.12.2012 BGBl. I S. 2431



    (2) Soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt,


    1. richten sich die in diesem Gesetz verwendeten Begriffe des Verkehrsrechts nach den jeweils geltenden verkehrsrechtlichen Vorschriften;


    2. sind für die Beurteilung der Schadstoff-, Kohlendioxid- und Geräuschemissionen, anderer Bemessungsgrundlagen technischer Art
    sowie der Fahrzeugklassen und Aufbauarten die Feststellungen der Zulassungsbehörden verbindlich.



    Es ist wohl so, dass TÜV/Dekra entscheiden können, was denn ein Wohnmobil sein darf.
    Das FA ist an die Festlegung der Fahrzeugart durch die Zulassungsstelle gebunden, um es mal beim Namen zu nennen.
    Ich glaube nicht, dass die staatsfreundliche Geldmanipulation des zuständigen FAs in Carstens Fall einer Prüfung standhält.

  • Hallo HD,


    danke für's Feedback.


    Ich habe noch mal etwas weiter gebuddelt.
    Dein Pössl Straßenkreuzer ist vermutlich "zu neu", um ihn mit dem T4 California Coach vergleichen zu können. :mrgreen:


    Nach meiner Recherche gibt es die eigene Klassifizierung "Wohnmobil" dann wohl ab 2006:


    Frei nach Wikipedia:
    Seit dem 1. Januar 2006 wird nach einem eigenen, emissionsorientierten Wohnmobilsteuersatz (§§ 8 Nr. 1a i.V. § 9 Abs. 1 Nr. 2a KraftStG) veranlagt,
    der in der Höhe niedriger als die PKW-, jedoch höher als die LKW-Steuer liegt.